Heiligenbrunnkreuz (48.538105, 15.183132)

Bildstock

Gemeinde Großgöttfritz
Großgöttfritz

Westlich von Großgöttfritz, neben dem Güterweg Richtung Frankenreith, steht in der Wiese ein säulenartiger Bildstock.

Der Schaft ist aus Granit. Der achteckige Fußblock geht in ein achteckiges Mittelstück mit kleinerem Querschnitt über und endet mit einer rechteckigen Kragenplatte. Im Fußblock ist ein Kreuz eingemeißelt. Der darauf sitzende Aufsatz ist mit Klinkerziegeln gemauert und mit einem Holzdach gedeckt. In der kleinen Nische, die mit Glas verschlossen ist, steht eine kleine Marienstatue mit Kind. An der Vorderseite des Daches ist die Abkürzung IHS für „Jesus, Heiland, Seligmacher“, sowie das Renovierungsjahr 1978 eingeschnitzt.

Im Buch „Marktgemeinde Großgöttfritz – Werden und Wachsen unserer Heimat“ (1993) kann man lesen:
Es könnte sein, dass das im Fußblock eingemeißelte und verwitterte Kreuz für den überlieferten Namen „Heiligenbrunnkreuz“ Namen gebend war. Es gibt keine andere Theorie, die auf den Grund dieses Namens hinweist. Für die Errichtung dieser jahrhundertalten Gedenkstätte wird eine teilweise schriftlich belegbare Begebenheit in Großgöttfritz von Generation zu Generation weitergegeben.
Zu Beginn des 16.Jahrhunderts machte der lutherische Einfluss auch vor Großgöttfritz nicht Halt. Besonders gefördert wurde die Verbreitung der Lehren des Martin Luther durch die Herren von Hackelberg, die in Großweißenbach den protestantischen Predigern sogar ein Haus zur Verfügung gestellt hatten. Die protestantischen Pastoren versuchten also, auch die Pfarre Großgöttfritz zum lutherischen Glauben zu bekehren. Als sich einer dieser Pastoren um das Jahr 1540 anschickte, um den Lehren Luthers gerecht zu werden, in der Pfarrkirche aus den Messgewändern das Gold herauszubrennen, wurde die Pfarrkirche in Brand gesetzt. Es wurde daraufhin beschlossen, die Kirche an einem anderen Platz zu errichten. Die Wahl fiel auf die Heiligenbrunnwiese. Alle halfen beim Bau fleißig mit, und bald standen die ersten Mauern. Nun sollte der Heilige Leonhard, der Patron der alten Kirche, von seinem neuen Domizil Besitz ergreifen. In feierlicher Prozession wurde die Statue des Heiligen, die beim Kirchenbrand gerettet worden war, zur Baustelle gebracht und an dem Platz aufgestellt, wo einmal der Altar stehen sollte. Nach Gebeten und Gesängen gingen die Leute wieder nach Hause. Als die Bewohner von Großgöttfritz am nächsten Tag an die Arbeit gingen, war die Statue des Heiligen Leonhard verschwunden. Nach langem Suchen fand sich die Heiligenfigur schließlich in der Ruine der alten Pfarrkirche. Wie sie dort hingekommen war, konnte sich niemand erklären. Man schaffte den Heiligen Leonhard also wieder in die neue Kirche. Am nächsten Morgen stand die Figur wieder in der Ruine der alten Kirche. Als sich dies nach einem abermaligen Transport in das neue Gotteshaus wiederholte, deuteten die Göttfritzer dies als sicheres Zeichen, dass der Heilige an seinem alten Standort bleiben wolle. Die Kirche wurde also wieder am alten Platz errichtet. Auch der Protestantismus ging in der Folge stark zurück und im Jahr 1544 wird namentlich als erster wieder katholischer Pfarrer von Großgöttfritz Leopold Ludwig angeführt.


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