Denkmal (48.947089, 15.045695)

Denkmal

 
 

Am östlichen Ufer des Herrensees steht das Denkmal für den Minnesänger „DER LITSCHAUER“.


Auf einem unbehauenen länglichen Stein befindet sich das Bildnis des Sängers, gebrannt auf 12 Fliesen. Das Bildnis ist nach einer Miniatur aus dem Codex Manesse angefertigt.

Darunter sind zwei Inschriften angebracht:

Der Litschauer – Minnesänger 13. Jahrh. – Ein Sohn unserer Heimat

Gewidmet von der Waldviertler Sparkasse und der Stadtgemeinde unter Bürgermeister OSR Franz Reithofer. Initiative sowie künstlerische Ausführung Ing. Erwin Buhl, Insp. Karl Schmekal und SR Rupert Beninger – 1990.

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Unter dem Namen „DER LITSCHAUER“, mit seinem Geburtsort Litschau, ist ein Minnesänger oder auch Spruchdichter bekannt, der um 1272 lebte. Ältere Namen sind Liet Scouwere, Litzschower und Litschower.

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DER LITSCHAUER war ein umherfahrender Meister seiner Kunst bürgerlichen Standes, der sich am Hofe des von den Sängern seiner Zeit vielgepriesenen Ottocar, der eben damals Herzog von Österreich war, aufhielt.

Von diesem LITSCHAUER sind nur sechs Gedichte übrig, welche in der Manesse’schen Sammlung, Theil II, S. 237, und im Jenaer Codex vorkommen.

Weiters wird er in einer Miniatur dargestellt. Er stellt dem König zwei Knaben vor.


Der Codex Manesse (auch Manessische Liederhandschrift oder Manessische Handschrift, nach dem jeweiligen Aufbewahrungsort auch als Große Heidelberger Liederhandschrift oder Pariser Handschrift bezeichnet) ist die umfangreichste und berühmteste deutsche Liederhandschrift des Mittelalters. So benannt wurde sie von dem Schweizer Gelehrten Johann Jakob Bodmer nach einer umfangreichen Liedersammlung der Schweizer Patrizierfamilie Manesse. Von Germanisten wird die Sammlung kurz mit C. bezeichnet. Seit 1888 wird sie wieder in der Universitätsbibliothek Heidelberg aufbewahrt (Signatur: UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. bzw. cpg 848).

Der Codex besteht aus 426 beidseitig beschriebenen Pergamentblättern im Format 35,5 × 25 cm, die von späterer Hand paginiert wurden. Insgesamt befinden sich in ihr 140 leere und zahlreiche nur zum Teil beschriebene Seiten. Der Text wurde nicht nur mehrfach in verbesserten historisch-kritischen Ausgaben herausgegeben, sondern – im Unterschied zu anderen Handschriften – auch zeichengenau abgedruckt (s. Bibliographie).

Die Manessische Liederhandschrift enthält dichterische Werke in mittelhochdeutscher Sprache. Ihr Grundstock wurde um 1300 in Zürich hergestellt, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Sammeltätigkeit der Zürcher Patrizierfamilie Manesse, vielleicht im Kloster Oetenbach der Dominikanerinnen. Mehrere Nachträge kamen bis zirka 1340 hinzu. Der Codex gilt als repräsentative Summe des mittelalterlichen Laienliedes und bildet zudem für den „nachklassischen“ Minnesang die Haupt- und weithin die einzige Quelle. Die insgesamt 138 Miniaturen, die die Dichter in idealisierter Form bei höfischen Aktivitäten darstellen oder auch bestimmte schon damals bekanntere Stellen aus ihrem Werk illustrieren (wie etwa Walthers von der Vogelweide Reichston „Ich saz ûf eime steine und dahte bein mit beine“), gelten als bedeutendes Dokument oberrheinischer gotischer Buchmalerei. Eine weitere Miniatur ohne Text ist nur vorgezeichnet. Ohne Miniatur blieb Walther von Breisach. Für das Werk lieferten insgesamt vier Künstler die Miniaturen.


Der Name Litschau ist slawischen Ursprungs und lässt sich auf Ličov- gebildet auf den Personennamen Lič- zurückführen. Die ursprüngliche Klein- bzw. Ackerbürgerstadt war über viele Jahrhunderte auch Zentralort der gleichnamigen Herrschaft.

Litschau wurde 1286 erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert wurde ein Markt angelegt, der 1297 in den Besitz der Habsburger kam; diese verpfändeten die Siedlung weiter, bis unter den Puchheimern (1346–1470) die Stadterhebung erfolgte. Ende des 16. Jahrhunderts unterdrückte der Grundherr Ludwig Wenzel Moratschky von Noskau einen Bauernaufstand. Während die Zeit des 30-jährigen Krieges für die Stadt die Verarmung brachte, da die wichtigen Handelsstraßen nicht mehr durch Litschau führten, entwickelten sich die Schaf- und Fischzucht sowie die Holzwirtschaft. 1763 erlangten die Grafen von Seilern-Aspang die Herrschaft. Das heutige Schloss stammt aus dieser Zeit.


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