Steinkreuz (48.655219, 14.902533)

Steinkreuz

Gemeinde Großschönau
Großschönau

Zwischen Oberwindhag und Harmannstein steht im sogenannten Bannwald ein altes Steinkreuz aus Granit.

Im Zuge des Forstwegbaues wird es etwa 50 Meter Richtung Westen versetzt.

Das Kreuz stammt wahrscheinlich aus dem 13.Jahrhundert oder aus der Zeit der Schwedenkriege.


Detail

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Im Volksmund wird es auch „Brautkreuz“ genannt, wovon eine Sage berichtet.

In Walterschlag lebte eine Bauerntochter, die wegen ihrer Schönheit weitum bekannt und begehrt, aber sehr wählerisch und stolz war. Unter den Werbern waren drei junge Fleischhauer.
Alle drei gefielen dem Mädchen gut, sodass es nicht wusste, welchen es wählen sollte. Schließlich versprach es allen Dreien die Heirat. Es suchte es immer so einzurichten, dass die drei Verehrer nicht zusammentrafen und keiner von dem Anderen eine Ahnung hatte.
Eines Tages aber trafen doch alle drei in ihrem Haus zusammen und damit war die ganze Sache aufgedeckt. Jeder berief sich auf das Wort, das ihm das Mädchen gegeben hatte, und da keiner zurücktreten wollte, wurde aus dem Streit ein furchtbarer Kampf, den sie mit ihren Messern ausführten. Der Kampf zog sich in den Bannwald hinein, wo der Erste sein junges Leben lassen musste. Der Zweite gab in den Schönauer Feldern seinen Geist auf, der Dritte aber schleppte sich bis gegen Großwolfgers, wo er verblutete. Das mit Blut getränkte Hemd soll lange in der Kapelle zu Großwolfgers zu sehen gewesen sein. Die drei Kreuze aber erinnern noch heute an diese Bluttaten.
Alle Leute waren über diese Ereignisse in großer Aufregung. Das Mädchen selbst aber machte sich nichts daraus, lebte lustig und fidel weiter und sah sich bald wieder um einen anderen Liebhaber um, einen reichen Bauernsohn aus der Pfarre Großschönau. Es wurde rasch geheiratet und die Hochzeit mit großem Tam – Tam gefeiert. Die ganze Freundschaft war eingeladen, die Musikanten mussten den Hochzeitszug begleiten. Es war eine lärmende Gesellschaft, die von Walterschlag durch den Bannwald nach Großschönau zog. Am ausgelassensten aber war die schöne Braut. Als der Zug zum Kreuz kam, bei dem der erste Fleischerbursche sein Leben ausgehaucht hatte, sagte die Braut, sie müsse etwas abseits gehen; der Brautführer gab sie frei. Kaum aber war sie den Hochzeitsgästen aus den Augen entschwunden, hörte man einen furchtbaren Schrei. Als die Gäste zu der Stelle eilten, sahen sie nur mehr, wie eine unsichtbare Hand die Braut durch die Luft entführte. Alles Suchen und Rufen nach ihr war vergeblich, sie war und blieb verschwunden. Schließlich ging die Gesellschaft verzagt zum Pfarrer nach Großschönau, der wegen des langen Ausbleibens bereits wartend an der Kirchentüre stand. Sie erzählten ihm den Vorfall. Der Pfarrer sagte nach kurzer Überlegung: „Die Braut wird wiederkommen. Zieht noch einmal hinaus und singt und spielt, als ob nichts geschehen wäre. Wenn aber die Braut zum Vorschein kommt, dann soll der Brautführer sie schnell bei der Hand nehmen und nicht mehr auslassen, sonst ist es um sie geschehen.“
Die Leute befolgten den Rat des Pfarrers. Als sie zur Stelle kamen, wo die Braut verschwunden war, kam diese wirklich aus dem Wald. Der Brautführer war aber bei ihrem Anblick so entsetzt, dass er sich nicht traute, die Hand nach ihr auszustrecken. Die Braut wartete einen Augenblick, dann gab sie einen ins Mark dringenden Schrei von sich, worauf sie wiederum verschwand und nicht mehr gesehen wurde.
In späteren Zeiten hat sich die Braut noch manchem gezeigt und hätte darauf gewartet, dass jemand Mut aufbringe, sie anzureden und so zu erlösen, aber bisher hat niemand dies geschafft.
So zieht die Braut wohl noch heute durch den Bannwald herum und wartet und wartet, bis endlich einmal jemand den Mut aufbringen wird, sie anzureden, sodass auch sie einmal ihre Ruhe finden kann.




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