Heiliger Felix von Cantalice (48.678604, 15.806653)

Heiliger Felix von Cantalice

Denkmalschutz

 
 

Östlich von Schloss Kattau, neben der Zufahrtsstraße, steht bei der Kirche eine Figur des Heiligen Felix auf einem dreiteiligen Sockel mit ausladenden Voluten und Putten Figuren aus grauem Sandstein.


Auf einem zweistufigen Unterbau ruht ein dreiteiliger Sockel, dessen Seitenflügel zu ausladenden Voluten ausgedehnt sind, auf denen je ein Putto mit Laterne sitzt. Auf der Deckplatte des Mittelteils sitzen zwei adorierende Putten (Engel mit Weihrauchfass). Die Voluten sind mit Blattranken verziert. Im Mittelteil sieht man ein Doppelwappen.

Über den ganzen Sockel steht eine Inschrift: „Juia Toanna perchara mea conthoralis variolis suis graviter aegrota et intercessione sancti Felicis liberata fuii et quia pro propaganda stirpe mea te 0 0 beate Felix! Pie veneror ego Julius Baro B. Pannier a Gilleis hanc tibi honori tuo statuam erexi ei benedici iussi in Kattau die VI septembs“ (1739).

Die sinngemäße Übersetzung besagt, dass Julius von Gilleis die Statue des Heiligen Felix zum Dank für die Wiedergenesung der an Pocken erkrankten Gattin stiftet.

Der Heilige Felix wird 1515 in Cantalice in Umbrien (nördlich von Rom) als Sohn armer Bauersleute geboren. 1543 trat er als Laienbruder in den Kapuzinerorden ein und war dann durch 40 Jahre in Rom als Almosensammler tätig. Wegen seiner Freundlichkeit und seines ständigen Dankeswortes „Vergelt’s Gott“ wurde er „Bruder Deogratias“ genannt. Er starb 1587 in Rom. 1712 wurde er heilig gesprochen. Er wird meist als Kapuziner dargestellt, der einen Bettelsack und den Rosenkranz oder das Jesuskind trägt. Sein Namenstag ist der 18.Mai.

Schloss Kattau ist eine vierflügelige, dreigeschossige Anlage um einen rechteckigen Hof, die von einem ehemaligen Wassergraben umgeben ist. Im Nordosten, Nordwesten und Südwesten erheben sich gedrungene Ecktürme mit Pyramidendächern. Der Westtrakt ist eingestürzt. Eine Burg in Kattau wird 1343 urkundlich erwähnt. Das Schloss wird in der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts erbaut.

Heiliger Felix von Cantalice
Heiliger Felix von Cantalice


Heiliger Felix von Cantalice
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Heiliger Felix von Cantalice
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Zum Thema – Die Statuen des Heiligen Felix von Cantalice im Waldviertel.


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6 Comments

  1. Wolfgang Krisch

    Deo gratias darf mittlerweile auch meinerseits zu endgültiger Expertise über die Zukunft des denkmalgeschützen “Objektes” in Kattau berichtet werden. Aus einem mir persönlich nicht ganz fernen Klub im österreichischen Nationalrat ging mir fachliche Antwort zu, – sinngemäß wie folgt:

    Das Bundesdenkmalamt (BDA) war “zu Terminen vor Ort”, “den Eigentümern wurden Restaurierungsvarianten (!) vorgeschlagen”, für die natürlich ohnehin gutes Steuergeld in Aussicht stünden. Allerdings sähe die Gesetzeslage (Denkmalschutzgesetz) “keine Möglichkeit vor, Eigentümer:innen zu verpflichten, aktiv eine Restaurierung durchzuführen.” Auch “Sicherungsmaßnahmen” seien nur “in einem sehr engen Rahmen vorgesehen”, wobei es natürlich auch “verfassungsrechtliche Grenzen zu beachten” gäbe, vor allem “bei einem Objekt, das … vermutlich keinen Ertrag bringen kann” (!) . “Bei Objekten mit einem wirtschaftlich bedeutenden Potenzial” möge das “anders liegen”(!). Man sähe aber nicht, dass gerade “dieses Denkmal ‘prototypisch’ für eine Diskussion dieser Frage wäre.
    Schaut somit nicht günstig aus für das Felix-Objekt, es sei denn, der Barockheilige entwickelt natürlich rasch wirtschaftliches “Potenzial”.
    Wie auch immer: Ich werde dem Waldviertler Heimatbund zu der prototypischen Denkmal-Sache ehestens eine gut fundierte Polemik samt Fotomaterial aus 2020 anbieten! Sofern sich der WHB traute, auch Polemisches zu publizieren, könnten für den Beibehalt des steinernen Bettelmönches im Kattauer Feudalschloss vielleicht demnächst pro futuro etwas besser stehen! Ein Denkmal ist ja grundsätzlich auch für Legislative und Verwaltung als Imperativ (denk mal!) denkmöglich – mit oder ohne Potenzial beim Wirtschaftstreiben oder Wahlgewinnen!

  2. Wolfgang KRISCH

    Zu meinem fortgesetzten persönlichen Bemühen um den Erhalt des Kattauer Denkmals darf ich ebenso aktuell wie erweiternd wie folgt informieren: Von Seiten des Bundesdenkmalamtes bin ich zuletzt in Kenntnis gesetzt, dass ein Augenschein im Auftrag des BDA die Erhaltbarkeit des Denkmals zweifelsfrei ergeben hat.

    Vermutlich erkleckliche Kosten dafür wären vom Eigentümer des Schlosses/Schlossareals zu tragen, – das öffentlich zugängliche Denkmal liegt im Schlossbereich. (Die Eigentümerfamilie hat im Schloss vermutlich einen ständigen Wohnsitz.) Dem BDA dürften bis dato – nach meinem Eindruck – keine Angaben vorliegen, ob der Erhalt des Denkmals durch die Eigentümerfamilie intendiert ist und ob dazu auch öffentliche Mittel beantragt werden könnten, ehe das Denkmal in die Nähe einer faktischen Abbruchreife geriete.
    Ich werde von weiteren Entwicklungen zum Heiligen Deogratias am Schloss Kattau (Gemeinde Groß Meiseldorf bei Eggenburg) an dieser Stelle selbstverständlich weiterhin berichten.

  3. Wolfgang Krisch

    Das herausragende Denkmal unter den vielen Deo-Gratis-Denkmälern des Waldviertels ist zur Zeit alarmierend von Verfall bedroht, – die Bilder hier sind schon historisch. So ist dem einen Engel rechts des Heiligen schon der gesamte Unterleib samt den Beinen abgefallen, in den anderen Figuren sind derart klaffende Sprünge, dass weitere Abstürze deutlich absehbar sind. Ob der Heilige selbst um sein Unterkiefer bangen muss, könnte ich jetzt aber nicht beschwören. Ich werde jedenfalls mit aktuellen Fotos das Bundesdenkmalamt von dem Zustand informieren, fürchte aber , dass da eine zukunftssichere Restaurierung nicht zu erwarten ist, denn die Problematik scheint schon seit Jahr und Tag ohne Entsprechung anzustehen.

      1. Wolfgang Krisch

        Das Bundesdenkmalamt hat mich schon vor längerer Zeit davon informiert, dass das Denkmal und sein Zustand in Augenschein genommen wird. Auf meine letzte Nachfrage, zu welcher Maßnahme dies geführt hätte, ist mir allerdings keinerlei Antwort zugegangen. Nachdem ich in Purkersdorf bei Wien wohne, wäre mir der Aufwand einer persönlichen Nachschau zu groß. Vielleicht weiß sonst jemand, ob das Denkmal weiterhin zerbröckelt oder Sanierungsmaßnahmen unternommen wurden oder anstehen. Ich werde allenfalls versuchen, bei der Gemeinde dazu Auskunft einzuholen.

      2. Wolfgang KRISCH

        Nichts zu danken, Herr Berger,
        der Bettelordensmann ist nicht nur kunsthistorisch, sondern auch global gesellschaftspolitisch ein wahres Menetekel für unsereins. Während kaum 3 % unserer s.g. Eliten den Rahm abschöpfen, kürzt man den Omas und Enkeln die Rente/Ausbildung, Essen, Heizung und Lebenslust. (Der letzte Temporalsatz hat aber natürlich nichts mit Prosperität im Pulkautal zu tun, es gilt natürlich hier in generaliter ein zeitkritischer Privatansatz.) Die große Mehrheit der prekären Gesellschaftsschichten unseres Planeten sollen aber wenigstens lernen, sich qualitätsgesichert bei den Herrschaften für alles Gute zu bedanken! Somit: Deo gratias!

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