Bildstock (48.539888, 15.051087)

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An der nördlichen Ortseinfahrt von Kirchbach steht unmittelbar neben der Brücke über den Etzenbach ein großer gemauerter Bildstock in der Form eines Marterls.


Der im Querschnitt quadratische Bau hat keinen Sockel und auf der Rückseite eine Apsis. Die Seitenwände gehen nahtlos in den Bogen der Apsis über. Gedeckt ist der Bau mit Ziegeln. Die rechteckige große Öffnung an der Vorderseite ist nicht verschlossen. An der Rückseite des Innenraumes befindet sich ein gemauerter Altar. Links und rechts gibt es eine rundbogenförmige leere Nische. Über dem Altar hängt ein Bild vom Erzengel Michael.

Michael war nach der Überlieferung der Engel mit dem Schwert, der Adam und Eva aus dem Paradies trieb und den Lebensbaum bewachte. In den Darstellungen der Johannes-Offenbarung erfüllt Michael seine besondere Aufgabe beim Jüngsten Gericht: seine Posaune erweckt die Toten aus den Gräbern, er befreit die “Frau mit dem Kinde” und tötet im endzeitlichen Kampf – gerüstet und mit großen Flügeln – den Drachen zu seinen Füßen.

Es ist schon sehr alt, doch kann Familie Prichenfried, der das Marterl gehört und es auch betreut, keine genaue Angaben dazu machen.

Beim Fronleichnamsumzug wird dieses Marterl, das auch Johannesmarterl genannt wird, als Altar verwendet. Die wertvolle holzgeschnitzte Johannesstatue wird von Familie Prichenfried aber nur zu festlichen Anlässen im Marterl ausgestellt, da im Jahre 1954 bereits zwei schöne Barockengel aus dem Marterl gestohlen wurden.

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Die Johanneskapelle in Kirchbach erstrahlt in neuem Glanz

Darstellungen des Heiligen Johannes von Nepomuk sind bei vielen Brücken angebracht. Auch in Kirchbach ist eine Kapelle dem Heiligen geweiht. Allerdings, so berichtet es Josef Wagner, der die jüngste Renovierung mitorgansierte, „war die Johannes-Nepomuk-Kapelle die letzten 50 Jahre ohne ihren Hauptdarsteller und somit in religiöser Hinsicht etwas verwaist“.

In den 1970-er Jahren sind aus der Johannes-Kapelle, die im Fachjargon eigentlich Bildstock genannt wird, die immer eine offene Brücken-Kapelle war, zwei Engel gestohlen worden und nicht wieder aufgetaucht. Seither hat man die Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk nur mehr am Fronleichnamstag in der Kapelle aufgestellt, das ganze Jahr über war sie im Haus Prichenfried in Sicherheit. Beim Ausmessen der Pfarrkirche für die Innenrenovierung wurde bemerkt, dass das schöne Schmiedeeisengitter in der Marien-Kapelle, welches man nicht weiter verwenden wollte, wie angemessen in das Portal der Johannes-Kapelle passen würde.

Margarete Freissl und ihre verstorbene Schwester Elfriede Prichenfried, in deren Privatbesitz die Kapelle war, haben schon länger an eine Renovierung des Kleinods gedacht, aber jetzt im Zusammenhang mit der Kirchenrenovierung ist der Stein ins Rollen gekommen. Mit einer großzügigen Spende für die Kirchenrenovierung hat Frau Freissl das Gitter für die Johanneskapelle erworben und renovieren lassen. Auch weitere Materialien wurden für die Kapelle verwendet.

Das Gitter wurde verzinkt und nicht wie üblich schwarz gestrichen, weil die optische Wirkung der Schmiedeeisenarbeit so besser zur Geltung kommt. Die hellblaue Farbe gab es in der Umgebung bisher nicht, sie weist auf den Märtyrertod des Nepomuk in der Moldau in Prag hin, daher „Brückenheiliger“. Am 17. Oktober 2021 wurde die Kapelle, wo der Heilige wieder seinen festen Platz hat, von Pfarrmoderator Gerhard Gruber wieder geweiht. „Durch die Renovierungs­initiative von Margarete Freissl und die gute Zusammenarbeit der Handwerker ist die Brückenkapelle als schönes Element des religiösen Lebens von Kirchbach wieder wirksam“, betont Josef Wagner.


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