Bildstock (48.496218, 14.987267)

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Im Dreieck zwischen Höllfall, Gruberg und Gemeindebühel steht ein hölzerner Bildstock mit dem Namen „Die sieben Sakramente“, der in den Wanderkarten als Bildbaum eingezeichnet ist.


Auf einem sechseckigen Holzpfahl hängt ein rechteckiger Rahmen mit ziegelgedecktem Dach. Im Rahmen befindet sich die bildliche Darstellung der sieben Sakramente. In der Mitte sieht man die Taufe, links oben die Firmung, gefolgt von der Eucharistie, in der zweiten Reihe links die Buße und rechts die Ehe und ganz unten die Priesterweihe und die Krankensalbung.

Jahreszahlen oder sonstige Hinweise sind nicht vorhanden.

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Der Freiersmann und der schwarze Hund

Frieda Mauritz – WALDVIERTLER G’SCHICHTEN (1982)

Mitte des 19. Jahrhundert lebte im Brunnerdörfl ein Bauer, der mit viel Fleiß seinen Hof bewirtschaftete. Vom Hofe weg zogen sich seine Kornfelder hinüber bis in die Brunnmüllerleiten und seine „Luadawiesen“ reichten bis ins Dorf hinunter. Er selbst war ein rechtschaffener Mann und von allen im Dorf anerkannt und geachtet. Die Stiftung eines Marienbildes für den Altar der neuerbauten Kapelle rechneten ihm viele hoch an. Der Bauer hätte zufrieden sein können, noch dazu ihm einige Kinder geboren wurden, die sich bis jetzt ganz nach seinem Sinne entwickelten. Doch, und das war es, was ihn seit kurzem mit Sorgen erfüllte. Der ältere Sohn Josef tanzte gerne aus der Reihe. Nicht, dass er nicht fleißig oder arbeitsscheu gewesen wäre, nein, das auf keinen Fall, aber er machte alles, was der Vater anschuf, gerne anders, nach seinem Gutdünken, seinem Willen. So fiel der Junge, je älter er wurde, dem Vater in seiner Eigenständigkeit immer unlieber auf und als er sogar begann, die anderen Geschwister gegen den Willen des Vaters zu beeinflussen, gab es zwischen Vater und
Sohn die ersten Auseinandersetzungen. Diese wiederholten sich nach Abschluss der Schule und es wurde zwischen Vater und Sohn recht ungemütlich. Als Josef in die Jahre kam, wo sich die anderen Dorfjungen nach Mädchen umguckten, und zwar gleich im Dorfe oder in der nächsten Umgebung nach einem Schatz suchten, ging der Seppl andere Wege. Am Ägidisonntag, am Kirtag in Arbesbach lernte er ein recht nettes Mädel aus Schönbichl kennen. Von da an hatte es ihm die Vroni angetan. Er war so von ihr erfüllt, dass er beschloss, sie zu heiraten. Da er daher sehr oft erst gegen Morgen nach Hause kam und dann bei der Arbeit nicht so fit, wie es der Vater von ihm gewöhnt, war, forschte dieser nach seinem Verbleib. Als ihm da der Sohn die ganze Geschichte erzählte und seinen Plan, das Mädel zu heiraten vorbrachte, wurde der Bauer fuchsteufelswild und erklärte dem Buben gleich, mit seiner Wahl nicht einverstanden zu sein. Solle er aber von dem Mädel nicht ablassen, so bekäme er den Hof nicht. Der Seppel gab aber seinen Plan und das Mädel nicht auf und setzte seine nächtlichen Besuche nach Schönbichl weiter fort.

Verliefen diese bis jetzt normal, ohne Hindernisse, trug sich am Abend nach der Auseinandersetzung mit dem Vater, als er wieder den gewohnten Weg von Brunn über die Straße auf den Höllmühlerweg zum Bache und von dort nach Schönbichl nehmen wollte, etwas Eigenartiges zu.

Selbstverständlich war es schon dunkel, als er von der Brunnerstraße den Weg hinunter zur großen Waldlichtung nahm. Gerade wollte er hier am Kreuzweg den für ihn in Frage kommenden Waldweg einschlagen, da löste sich aus einem dunklen Gestrüpp ein gerade so dunkles Etwas, das immer näher an den Burschen herankam. Dieser nahm zuerst von ihm keine Notiz. Als sich aber daraus ein Hund entpuppte, der kohlrabenschwarz war und sich ganz an ihn drängte und am Weitergehen hinderte, versuchte er das Tier mit gutem Zureden und Lob zu gewinnen. Doch das reagierte nicht so, wie er dachte, sondern ging nun vor ihm und verrammte ihm den Weg. Da wurde Seppl böse und wollte das Ungetüm mit seinem Stocke vertreiben. Aber der Hund, der immer größer wurde, fletschte seine Zähne und seine Augen brannten in der Dunkelheit wie Feuer. Da wurde dem Freiersmann unheimlich. Und weil jeder Versuch, auf dem Wege weiterzukommen vergeblich war, kehrte er um und ging den Weg zurück nach Brunn. Das Tier blieb bis zur Lichtung an seiner Seite, dann verschwand es in der Dunkelheit.

Josef vertröstete sich auf den nächsten Tag. Doch da begab sich wieder dasselbe. Der Hund war wieder zur Stelle und er musste umkehren. Noch einige Male versuchte der Freier sein Glück, aber es war umsonst.

Weil dem Vater auffiel, dass der Seppl schon immer nach kurzem Wegsein daheim war, fragte er ihn nach der Ursache. Da erzählte er nun sein Erlebnis mit dem Tiere. Der Bauer schüttelte den Kopf und forderte nun den jüngeren Sohn auf, am nächsten Abend mit Josef denselben Weg zu gehen. Doch auch da war der Hund wieder zur Stelle und ließ die beiden keinen
Schritt auf ihrem Wege weitermachen.

Jetzt dachten sie alle drei, dass es derselbe schwarze Hund wäre, der sich in der Bärnau herumtreibe, da und dort, wo der Wald ganz an die Straße herantritt, die Menschen am Weitergehen hindere. Er ist niemand anderer, als der Satan!

Der Bauer beschloss nun, in der Waldlichtung, am Kreuzweg, wo sich das schwarze Ungetüm stets aus dem Dickicht löste, ein geweihtes Heiligenbild anzubringen. An einen Baum hing er nun das Bild, das die sieben Sakramente darstellt. Die Stelle hieß ab jetzt „die sieben Sakramente“. Seit damals wurde der schwarze Hund hier nicht mehr gesehen. Der Seppl ging nun ungehindert zu seiner Vroni nach Schönbichl und in einigen Jahren zog sie als junge Bäuerin im Bauernhof zu Brunn ein.

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