Bildstock (48.481840, 14.968410)

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Am Arbesberg zwischen Arbesbach und Altmelon gelegen steht ein gemauerter Bildstock.


Der im Querschnitt quadratische Bau hat ein blechgedecktes Satteldach und eine quadratische Nische, die mit einem Fenster verschlossen ist. Auf der Giebelmauer ist ein Holzkreuz angebracht. In der Nische steht eine kleine Marienstatue und die Statue des Heiligen Expedit (Expeditus), dessen Kreuz in der rechten Hand zerbrochen ist.

Jahreszahlen oder sonstige Hinweise sind nicht vorhanden.

Der Märtyrer Expedit (Expeditus) stammt vermutlich aus Armenien und starb im Jahre 303 in Melitene, dem heutigen Malatya in der Türkei.
Die Legende erzählt von Expedit, er sei Kommandant der 12. römischen Legion “La Fulminante”, “die Schlagkräftige”, gewesen. Expedit war demnach Soldat in dieser Legion. Als dieser eine Niederlage drohte, sahen viele der Soldaten ihre letzte Hoffnung im Gebet zum Gott der Christen. Tatsächlich kam ein großer Sturm auf, die Gegner verloren die Orientierung, die Schlacht wurde gewonnen. Expedit und viele der Soldaten, darunter auch Rufus, Gaius, Galatas, Aristonis und Hermogenes, bekehrten sich. Nach ihrer Entdeckung blieben sie standhaft bei ihrem Glauben und wurden als Märtyrer enthauptet.
Expedit wird als Soldat dargestellt, der ein Kreuz mit der Aufschrift “Hodie” (Heute) in der Hand hält und gilt als Patron für alle Angelegenheiten, die schnelle Hilfe benötigen. Mit den Füßen zertritt er einen Raben als Symbol des Unglaubens, der “Cras” (Morgen) krächzt. Gemeint ist das hingebungsvolle Gebet, welches tunlichst nicht hinausgezögert werden sollte, wie man an dem Raben sieht. Unter Papst Pius X. wurde Expedit 1906 endgültig aus dem römischen Heiligenkalender (19. April) gestrichen.

Jedes Jahr wird hier eine Heilige Messe, von einer Bläsergruppe untermalt, gefeiert.

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Nische

2. Juli 2022 – Heiligen Messe am Arbesberg



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In der unmittelbarer Nähe von Bildstock und Lourdesgrotte befindet sich die „Klauserhöhle“ – auch „Gwölbhöhle“. Sie ist nach dem Hauptleiter des Mühlviertler Bauernaufstandes, in der Zeit des 30-jährigen Krieges benannt. Klauser musste mehrmals über die Landesgrenze nach Arbesbach flüchten, er versteckte sich unter anderem in dieser Höhle.

Klauser wurde von den kaiserlichen Soldaten gesucht, in diesem Zusammenhang wurde folgende Geschichte erzählt.

Frieda Mauritz – WALDVIERTLER G’SCHICHTEN (1982)

So trug es sich einmal zu, dass Klauser, als er in der Nähe der Höhle nach Beeren suchte, Männerstimmen hörte und diese sofort kaiserlichen Soldaten, die nach ihm suchten zuschrieb. Er konnte nicht mehr fliehen, zog sich schnell in die Höhle zurück und wartete mit klopfenden Herzen was passiert. Schon waren die Stimmen ganz nahe und einer sagte: „Da ist die Höhle, da drinnen wird er sein“. Doch als die Männer vor ihr standen und Klauser schon alles verloren glaubte, sagte der Soldat, der knapp vor dem Eingang stand: „Da schaut, die vielen Spinnweben! Und das Netz einer Spinne! Da, glaubt ihr, soll er versteckt sein? Dass ich nicht lache!“ Er drehte sich von der Höhle weg und lief bergab, die anderen hinter ihm her. So war Klauser gerettet. Half ihm Gott deshalb, weil auch er sich immer für die Unterdrückten einsetzte?

One comment

  1. Josef Weichselbaum

    Die Stelle, an der das heutige Arbesbergmarterl steht, wurde nach dem 1. Weltkrieg zur Danksagung als Wallfahrtsort genutzt. 1919 fand die 1. Wallfahrt statt, die von den Kriegsheimkehrern und Nachbarn Johann Mayerhofer Neumelon 5 und Anton Grünstäudl Neumelon 7, organisiert wurde.
    1927 wurde dann von den selben beiden Heimkehrern das Arbesbergmarterl, zum Dank der unversehrten Heimkehr aus dem 1. Weltkrieg errichtet.
    Information von Johann Weichselbaum, Neumelon 5, Enkelsohn des Johann Mayerhofer.

    Die Lourdesgrotte, unmittelbar daneben, wurde Anfang der 1960iger Jahre von Josef Winkler, damals bekannt als „Schwarzauer Vorbeter“ und Herrn Hinterlehner, Etlas 16, errichtet.

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