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Kirchenruine

Gemeinde Windigsteig
Meires

In Rafingsberg steht ein Teil einer Kirchenruine.

1454 errichten einige Bürger aus Waidhofen an der Thaya auf dem Rafingsberg eine Marienkapelle, die sich bald zu einem bedeutenden Wallfahrtsziel entwickelt, obwohl eine zugkräftige Gründungslegende fehlt und dort auch keine Wunder geschehen. Die Anziehungskraft scheint der 1456 vom Wiener Nuntius verliehene Ablass gewesen zu sein. Der päpstliche Legat Raymundus Peyraudt verleiht 1489 auf Ersuchen des Pfarrers von Windigsteig als weiteren Anreiz für Wallfahrten neue Ablässe für 100 Tage.

1490 wird die Kapelle dank großzügiger Opferungen und Stiftungen um ein Langhaus erweitert. Die Errichtung der gotischen Wallfahrtskirche dauert von 1490 bis 1494. Die Weihe als Filialkirche von Windigsteig und zum Stift Zwettl gehörend, erfolgt am 28. November 1494.

Für das Heilige Jahr 1500 wird der Hochaltar erneuert, drei weitere Seitenaltäre sowie ein Altar in der Mitte des Kirchenschiffes werden errichtet. Am 7. Mai 1500 konsekriert Weihbischof Bernhard aus Passau den Hochaltar und die anderen Altäre. Außerdem verleiht der Weihbischof neue Ablässe. Abt Wolfgang II. von Zwettl spendet und weiht 1500 zwei weitere Altäre. Damit verfügt die Wallfahrtskirche über sieben Altäre. Die großen Wallfahrtstage von Maria Rafings sind die drei Freitage nach Ostern und die drei Sonntage nach Michaeli.

Um 1650 boomen die Wallfahrten, sodass die Kirche wieder einmal zu klein wird. Die Kirche wird zu einer prächtigen Wallfahrtskirche ausgebaut. Zu dieser Zeit kommen jährlich 35000 Wallfahrer aus der näheren und weiteren Umgebung, insbesondere von Böhmen und Mähren, nach Maria Rafing./p>

1604 wird ein Streit mit den Schlossherren von Meires beendet und die Kirche samt ihren entstehenden Einnahmen gehören nunmehr dem Stift Zwettl. Siehe Grafik von Georg Matthäus Vischer vom Schloss Meires (MEYERES), rechts oben im Bild ist Raffings zu sehen!

1780 kommt Kaiser Joseph II., der Sohn Maria Theresias, an die Macht. Er lehnt Wallfahrten und kirchliches Brauchtum ab, weil er vieles, was den Menschen damals als unverzichtbarer Bestandteil ihres Lebens erscheint, als Verschwendung von Zeit und Rohstoffen ansieht.

1784 wird das Gnadenbild „Maria mit den Sieben Schmerzen“ von der Wallfahrtskirche nach Windigsteig übertragen.

1786 wird die Wallfahrt durch Kaiser Joseph II. aufgehoben.

Am 11. Juni 1792 nimmt der Dechant von Waidhofen Johann Baptist Bernhard die Entweihung der Kirche vor. Die Kirche wird anschließend um den Materialwert verkauft. Mit den Steinen wird das Gasthaus Hofbauer (Haberl) in Waidhofen an der Thaya erbaut.

Dann kehrt für eine Weile Ruhe ein. Von der einstigen prächtigen Kirche, welche der Wiener Schottenkirche nachgebildet war, bleiben nur mehr Reste des Presbyteriums und eines Turmes übrig.

1950 errichten dann zahlreiche Marienverehrer eine schlichte Holzkapelle in den alten Kirchenruinen.

1989 lässt die Pfarre Windigsteig am Ortseingang von Rafingsberg eine moderne Wallfahrtskirche erbauen. Im Zentrum der Kapelle befindet sich eine Kopie des Gnadenbildes „Maria mit den Sieben Schmerzen“ aus der ehemaligen Wallfahrtskirche. Das Original Marienbild mit der bemerkenswerten beidseitigen Bemalung kann man heute am Hauptaltar in der Pfarrkirche Windigsteig sehen.

2003 reaktivieren engagierte und ehrenamtliche Mitglieder der Pfarre Waidhofen an der Thaya den legendären Wallfahrtsweg von Waidhofen an der Thaya nach Rafingsberg mit 14 Kreuzwegstationen. Seit dieser Zeit wird alljährlich am zweiten Juniwochenende eine Sternwallfahrt von den umliegenden Orten zur Wallfahrtskirche Rafings veranstaltet. Die Wallfahrer aus Waidhofen an der Thaya pilgern auf den historischen Kapuzinerkreuzweg.


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