Wegeräumerkreuz (48.548717, 15.168166)

Bildstock

Gemeinde Großgöttfritz
Großweißenbach

Östlich von Großweißenbach, an der Straße Richtung Großgöttfritz, steht ein schlanker Bildstock.

Auf einer Granitsäule ruht ein verputzter Aufsatz, der mit Ziegeln gedeckt ist und in seiner kleinen mit Glas verschlossenen Nische eine Muttergottesstatue beherbergt. Die Granitsäule ist im Fußblock quadratisch und geht dann in eine achteckige Form über. Auch der obere Teil samt einer Kragenplatte ist quadratisch. Der untere Übergang vom Quadrat zum Achteck ist besonders hübsch ausgeführt. Jahreszahlen oder sonstige Hinweise sind nicht vorhanden.

Im Buch „Marktgemeinde Großgöttfritz – Werden und Wachsen unserer Heimat“ (1993) kann man lesen:
Der ursprüngliche Name dieses Bildstockes war „Lußkreuz“. Die heutige Benennung kommt daher, dass beim Bau der Straße Großgöttfritz nach Großweißenbach im Jahr 1951 das Marterl dem Straßenbau weichen musste und von „Wegeräumern“ (die damaligen Arbeiter der Straßenmeisterei) auf den heutigen Standort versetzt wurde.
Über seine Entstehung werden zwei verschiedene Geschichten erzählt:
Die einen sagen, es handle sich hier um ein Pestkreuz, die Pest wütete, wie urkundlich erwähnt, 1635 im Raume Zwettl. Von ihr blieb auch, einer alten Ortslegende nach, Großweißenbach nicht ganz verschont und ihr fielen die Bewohner ganzer Häuser zum Opfer. Die Leute, die noch nicht von dieser schrecklichen Geißel befallen waren, flohen in die nahen Kampwälder und versteckten sich dort. Heute noch findet man im Wald an manchen Stellen unzählige Tonscherben. Sie zeugen von einstigen Notbehausungen der Pestzeit. Aus Dankbarkeit über das Ende der Pest errichtete man das Marterl.
Andere wiederum erzählen, der Bildstock hänge mit kriegerischen Ereignissen der Schweden zusammen, die vor der Mitte des 17.Jahrhunderts in unser Gebiet kamen und plündernd und brandschatzend durch die Gegend zogen. Nach glücklichem Abzug der Schweden errichteten die Großweißenbacher dieses Marterl.
Welche dieser beiden Geschichten stimmt, kann nicht mehr festgestellt werden. Es könnte sich hier jedoch auch um zwei verschiedene Marterln handeln, jedenfalls wurde dieser Bildstock in der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts errichtet.


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