Steinkreuz (48.784433, 15.109165)

Schlagkreuz

Gemeinde Schrems
Langschwarza

Nordwestlich von Langschwarza steht an einer Wegkreuzung das sogenannte Schlagkreuz.

Das Hochkreuz steht auf einem mächtigen konkav geschweiften Sockel mit rechteckiger Basis zwischen gekehlten Gesimsen aus Granit. Im Sockel sind die Daten der Errichtung eingemeißelt. Ganz unten steht die Jahreszahl 1889 und darüber der Hinweis: „Erichtet Michael Prangs“. Darauf steht das Steinkreuz, das im unteren Teil durch umlaufende Rillen in mehrere Abschnitte unterteilt ist. Unten sehen wir das Relief der Hl. Jungfrau Maria, über ihr Jesus, der ans Kreuz geschlagen ist.

Das Schlagkreuz hatte Frau Thomaschek, in zweiter Ehe Bauer Franziska, setzen lassen. Sie starb am 24.12.1890, und schon am Christtag war das Begräbnis. Die Spenderin, die in der Schmiede im Haus Langschwarza 19 wohnte, ließ sich als Schwerkranke noch einmal zum Kreuz bringen.

Dieses Kreuz, sowie zwei weitere in Langschwarza (Harlandkreuz und Friedhofskreuz) sollen von einem Steinmetzmeister aus Wielandsberg gefertigt worden sein.

Die Sage um das Schlagkreuz
Es war vor vielen Jahren, wo gewisse Leute in der Thomasnacht² und am Heiligen Abend linsen (lôsn)³ gingen. So begab sich eine Bäuerin aus Langschwarza auch am Heiligen Abend hinaus zum Schlagkreuz um zu hören oder zu sehen, was ihr die Zukunft bringen könnte. Linsen konnte man nur an jenen Orten, wo sich zwei Wege kreuzten und ein Kreuz stand. Als die Bäuerin zum Kreuz kam war sie sehr erstaunt, denn in stockfinsterer Nacht strahlte dieser Ort im glänzenden Licht. Viele Frauen tanzten um das Kreuz, bei dem ein Feuer brannte und immer mehr kamen dazu, manche auf einem Besen geritten. Als alle beisammen waren, wurde der Tanz abgebrochen, und die Oberhexe ergriff das Wort. Sie fragte jede mit welchen Gütern sie kommendes Jahr gesegnet sein will. Als die Bäuerin aus Langschwarza an die Reihe kam, brachte sie vor Angst kein Wort heraus. Schließlich sagte sie: „Ein paar Eier“. Als sie nach Hause kam, fand sie überall im Hause Eier, und diese wurden immer mehr. Sie konnte sie nicht verwerten, noch verschenken, oder verkaufen, so viele waren es. In ihrer Not ging sie zum Pfarrer, dieser gab ihr den Rat am Heiligen Abend wieder hinzugehen und jenen Anteil zurückzugeben. So tat sie auch, und seit dieser Stunde war das Eieraufkommen in ihrem Hause wieder normal.

² Thomasnacht – Da am 21. Dezember die Wintersonnenwende ist, ist der Thomastag der kürzeste Tag des Jahres („Ab Thomastag wächst der Tag um einen Hahnenschrei“), während die vorangegangene Nacht, die Thomasnacht, entsprechend die längste Nacht des Jahres ist.

³ linsen (lôsn) – horchen, lauschen


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Hochkreuze aus Stein – eine charakteristische Form des religiösen Denkmals im nördlichen Waldviertel.
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