Pranger (48.743564, 15.125400)

Pranger

Denkmalschutz

Gemeinde Hirschbach
Hirschbach

 
 
Im Schlosshof steht eine Prangersäule aus dem Jahre 1862.

Sie zeigt damals an, dass die Herrschaft Hirschbach über die niedere Gerichtsbarkeit verfügt.

Die im Querschnitt quadratische Steinsäule aus Granit mit einem Bagstein auf der Seite hat einen quaderförmigen Fußblock, breite Fasen und einen Deckstein mit Steinkugel und Metallspieß. An der Spitze weht ein blau-gelbes Blechfähnchen.

Der Bagstein (auch Lasterstein, Schandstein, Steintragen, Lästerstein) ist eine Form der Ehrenstrafe durch die Niedere Gerichtsbarkeit im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Mit ihr wurden vor allem Frauen belegt, die sich in unangemessener Weise über andere äußerten.

Ursprünglich steht die Säule in einer Seitengasse des Ortes. Am 27.10.1903 wird der Pranger am neu errichteten Marktplatz aufgestellt. Als im Jahre 1921 das Kriegerdenkmal errichtet wird, muss der Pranger auf den heutigen Platz im Schlosshof versetzt werden.

Franz Kießling schreibt in seinem Buch „Altertümliche Kreuz- und Querzüge“:

Bei einer seiner Wanderungen bemerkte der Verfasser im Jahre 1898 unweit der Schmiede zu Hirschbach eine granitene Säule neben dem Straßengraben liegt. Bei näherer Besichtigung und über Nachfrage stellte sich heraus, dass es sich hier um die zerlegte Prangersäule des Marktes Hirschbach handelte. Gelegentlich der Straßenverbreiterung war die Säule abgetragen worden und neben dem Straßengraben liegen gelassen. Man wollte sie dann (um den Betrag von 8 Gulden) an einen Steinmetz verkaufen, der die Absicht hatte, sie zu einer Marien-Säule umzuarbeiten, aber davon Abstand nahm, nachdem ihm angeblich der Stein zu hart war. An einer Stelle der Kanten waren auch bereits die Spuren des Abmeißelungsversuches zu bemerken. Der Verfasser klärte die in Hirschbach maßgebenden Personen über die Bedeutung solcher Denkmäler sofort auf und empfahl ihnen die Wiederaufrichtung der Säule. Diese Empfehlung (insbesondere die Zusendung eines die Rolandsäulen betreffenden gedruckten Aufsatzes an den Gemeinderat zu Hirschbach) hatte auch Erfolg, indem bald darauf die Säule wieder aufgestellt wurde, und zwar auf ihrem ursprünglichen Standort am Marktplatz. Unter den Verhältnissen, wie sie der Verfasser im Jahre 1898 beobachten konnte, bestand die Säule in Hirschbach aus einem 3 Meter hohen, regelmäßig vierseitigen Schaft von 41 cm im Geviert, der auf eine vierseitige Sockelplatte aufgezapft und oben mit einer 58 cm im Geviert und 13 cm in der Dicke messenden Kopfplatte versehen war. Auf der Kopfplatte befand sich eine 15 cm im Durchmesser betragende Steinkugel, in der ein kleines Fähnchen aus Blech steckt. Ursprünglich soll statt der Kugel ein kleines Männchen („Hansel”) die Säule geziert haben, die somit unter die „Roland”-Säulen zu zählen wäre. In einer Entfernung von 135 cm vom unteren Ende des Säulenschaftes sind auf zwei Seiten je 1/2 cm tiefe Öffnungen eingestemmt, desgleichen auch im oberen Drittel der Säule, wo angeblich einst eiserne Klammern oder Ringe befestigt waren.


Pranger

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