Kapelle Pfaffendorf (48.502071, 15.102631)

Kapelle Pfaffendorf

Gemeinde Rappottenstein
Pfaffendorf

Bei der Hauszufahrt Pfaffendorf Nr.6 steht die Ortskapelle.

Der im Grundriss rechteckige Bau (7 m x 5,40 m) hat ein mit Eternitschindeln gedecktes Satteldach und einen Dachreiter. Das Dach ist bei der Eingangsseite weit nach vorne gezogen und wird mit zwei Holzstehern gestützt. Der Andachtsraum hat zwei große Glasfenster, eine flache Holzdecke und zahlreiche Sitzbänke. An der Rückseite hinter dem Holzaltar hängt ein geschnitztes Kruzifix des Klein Nondorfers Fritz Besenbäck. Die Kapelle, die der Gottesmutter geweiht ist, birgt im Innern eine recht schöne Fatima-Statue. An den Wänden hängen Kreuzweg Hinterglasbilder von Frau Klara Schwebel aus Neustift. Die Kapelle ist Eigentum der KG Pfaffendorf.

Von Herrn Josef Rauch Gemeinde Rappottenstein erfährt man Folgendes:
An der Stelle, an der heute die Kapelle Pfaffendorf steht, befand sich bis 1968 ein mit vielen Bildern und einer Statue der Mutter Gottes ausgestattetes Marterl, vor dem in der Erde eingeschlagene Pflöcke mit darüber genagelten Brettern als Sitzbänke dienten. Auf diesen Bänken saßen die Pfaffendorfer und beteten in oft beachtlicher Zahl, obwohl sie der Witterung schutzlos ausgeliefert waren.
Dieser auf die Dauer unerträgliche Zustand veranlasste den Bürgermeister der damals noch selbständigen Gemeinde Pfaffendorf, Herrn Franz Lichtenwallner, durch einen Kapellenbau Abhilfe zu schaffen. Da damals ein Kapellenbau vom Land Niederösterreich entweder nicht oder nur sehr schlecht gefördert wurde, wohl aber der Bau von Leichenhallen, errichteten die Pfaffendorfer ihre Kapelle unter dem Arbeitstitel „Leichenhalle“ mit Mitteln des Landes, einem Beitrag der Gemeinde, Spenden von allen Pfaffendorfer Familien und sonstigen Gönnern, sowie zahlreichen unbezahlten Arbeitsstunden der Dorfbewohner. Diese „Kapelle“ hatte keinen Turm, sondern nur ein Giebelkreuz. Die Weihe nahm Dechant Emil Fernand, Pfarrer in Rappottenstein, im Herbst 1968 vor. Das Gebäude, in dem nun die Pfaffendorfer ihre Andachten abhielten, ohne der Witterung ausgesetzt zu sein, wurde der Gottesmutter geweiht.
In den Jahren 1992 und 1993 wurde die Kapelle umgebaut und gründlich renoviert. Wieder zeigten sich die Pfaffendorfer sehr spendenfreudig. Sie leisteten unbezahlte Robot Arbeit und konnten, auch mit Gemeindeunterstützung, der „Leichenhalle“ einen Turm aufsetzen, eine Glocke anschaffen, die in der Glockengießerei Rudolf Perner (Passau), gegossen wurde. Der elektrische Strom wurde eingeleitet, das Geläute automatisiert und recht schöne Sitzbänke mit Platz für etwa 40 Personen von der Tischlerei Steininger in Rappottenstein angefertigt.
Am 31.Mai 1993 wurde die Glocke von Pfarrer Franz Trondl, einem Pfaffendorfer, assistiert vom Rappottensteiner Pfarrer Kan. Alois Fröhlich geweiht. Bei dieser Gelegenheit erfolgte auch die Weihe des neuen Altartisches. Die Glockenweihe war ein richtiges Volksfest, zu dem neben den Pfaffendorfern auch viele Gäste aus der Gemeinde und von nah und fern gekommen waren. In meiner damaligen Eigenschaft als Bürgermeister konnte ich den Pfaffendorfern zu ihrer Kapelle gratulieren und allen Spendern, Mitarbeitern und Gönnern herzlich danken. Viele der Festbesucher waren von dem Umstand schmerzlich berührt, dass der Initiator des Kapellenbaues, Herr Franz Lichtenwallner, damals bereits so krank war, dass er nur mehr vom Auto aus den Festakt mitverfolgen konnte.


Kapelle Pfaffendorf

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