Bildstock (48.760054, 15.214802)

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Gemeinde Vitis
Vitis

Östlich von Schacherdorf steht im Schacherwald die sogenannte Anderlkapelle.

Der im Querschnitt quadratische Bau hat ein blechgedecktes Pyramidendach. In der großen offenen Nische hängen ein Holzkreuz mit Kruzifix und Heiligenbilder. Der Bildstock steht auf dem Gebiet der Katastralgemeinde Vitis, der Weg davor liegt schon in Kleinreichenbach.

Sie wird von den älteren Leuten „Holzkapelle“ genannt, weil sie im „Anderlholz“ (Wald) steht.

Im Jahre 2002 wird der Bildstock renoviert.

Um die Errichtung dieser Kapelle rankt sich folgende Geschichte, die von älteren Leuten und auch von der Familie Anderl erzählt wird:

Es ist Mittwoch, 3. November 1875. Der nach Eger fahrende Personenzug Nr. 9 hat um 7:45 Uhr den Franz-Josefs-Bahnhof verlassen. Um 1:45 Uhr passiert er die Station Göpfritz. Sechs Minuten entfernt von Schwarzenau soll er die Stegersbacher Brücke passieren. Stockdunkle Nacht und schwerer Nebel lassen die vorbeifliegende Gegend kaum erkennen. Im Zug sitzen 140 Passagiere, die sich meist im Schlaf befinden. Plötzlich werden die Reisenden durch einen furchtbaren Stoß geweckt. Der Zug ist knapp vor der Brücke, welche in einer Höhe von 11 m das Tal überbrückt , entgleist. Die Maschine ist von der Brücke gestürzt und reißt 13 Waggons, darunter die „Postambulance“ mit Schlafwagen, mit in die Tiefe. Die Maschine gräbt sich in die Erde. Darüber türmen sich Tender, Post- und andere Wagen. Einige Waggons liegen mit den Rädern nach oben, während der Schlafwagen, nachdem er sich etliche Male überschlagen und dabei die Räder verloren hat, auf der Dammböschung liegen bleibt.

Die Wiener Verlagsanstalt LC Zamarsky hat ein Bild veröffentlicht, das die Eisenbahnkatastrophe darstellt. Interessant ist, dass statt des stehengebliebenen Waggons nur zwei Achsen mit Rädern abgebildet sind.

In diesem letzten Waggon befindet sich unter anderen Passagieren Schmiedmeister Franz Anderl (18.7.1832 – 28.1.1889). Als Dank für die glückliche Fügung und Errettung lässt Franz Anderl die Kapelle errichten.

Das Unglück fordert acht Tote, davon fünf Eisenbahner, einen Postbeamten und zwei Passagiere. Die 5 Eisenbahner werden am 6. November 1875 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Windigsteig beigesetzt.

Natürlich werden sofort Untersuchungen über die Ursache des schweren Eisenbahnunglückes eingeleitet. Bei der Untersuchung der Strecke findet man, dass verbrecherische Hände am Außengeleise der Kurve eine Schiene kunstgerecht losgelöst haben.

Der unter Schock stehende Bahnwärter kann keine konkreten Angaben machen.

Am Totenbett gesteht er, die Schiene selbst gelockert zu haben. Er wollte vortäuschen, dass er durch seine Wachsamkeit ein Eisenbahnunglück verhindert habe, um so Geld und Beförderung zu erlangen.


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