Bildstock (48.424213, 15.212021)

Bildstock

Gemeinde Ottenschlag
Ottenschlag

Am westlichen Ortsende von Ottenschlag, am Weg zum Friedhof, steht ein gemauerter Bildstock.

Der im Grundriss rechteckige Bau hat einen Natursteinsockel und ist mit einem leicht geknickten ziegelgedeckten Satteldach gedeckt. Die spitzbogenförmige Nische ist mit einem Glasfenster und einem schmiedeeisernen Gitter verschlossen. Gekrönt ist das Ganze mit einem zierlichen Eisenkreuz. In der Nische befindet sich eine Pieta, eine Darstellung der trauernden Maria mit dem Leichnam Christi, die ihrer Gestaltung nach alt erscheint und bäuerlicher Volkskunst entsprungen sein dürfte.

In der Ortschronik von Paul Lenauer kann man Folgendes lesen:
„Der Bildstock auf dem Friedhofweg in seiner heutigen Form stammt aus dem Jahre 1948. An der gleichen Stelle stand jedoch zuvor schon eine Betkapelle, versehen mit einem Betschemel, einer Öllampe mit dem „Ewigen Licht“, diverse Heiligenbilder und einer Pieta, die heute im neuen Bildstock zu sehen ist. Die genaue Entstehungszeit dieser einstigen Betkapelle kann nicht mehr eruiert werden.
Im Zuge des Fliegerangriffes russischer Einheiten auf Ottenschlag in den letzten Kriegstagen am 20. April 1945 wurden vorwiegend durch Brandgeschoße viele Objekte zerstört, es fielen aber auch Sprengbomben, von denen eine direkt neben dieser Betkapelle explodierte und diese, als auch den daneben liegenden Brunnen zerstörte.
In den unmittelbaren Nachkriegsjahren ging man im Rahmen der Behebung dieser Kriegsschäden auch daran, die zerstörte Betkapelle wieder zu errichten, wenngleich auch in einem etwas kleineren Ausmaß.
Neben Gemeinde- und Pfarrkirchenrat zählten auch die Familie Karl und Emma Lagler zu den Initiatoren der Wiedererrichtung, zumal die Familie Lagler schon durch Generationen dieses christliche Bauwerk betreute und nun auch den neuen Bildstock in ihre fürsorgliche Obhut nahm. Der in diesen Jahren dem Herrn Dechant Michael Jank zugeteilte Kaplan Ziegelwanger aus St.Pölten erbrachte den Entwurf für diesen Bildstock, die Maurerarbeiten besorgte in Eigenregie der Maurer Karl Wiehalm Senior mit einigen Helfern.
In den Jahren, da anfangs Mai die sogenannten „Bitt-Tage“ in Form von kleinen Prozessionen abgehalten wurden, war unter anderem auch dieser Bildstock eine Station. Desgleichen hatte es sich Herr Dechant Jank zur Gewohnheit gemacht, bei Begräbnissen vor diesem Bildstock innezuhalten, um mit einem „Vater Unser“ der einstmaligen Zerstörung dieses Bauwerkes religiöser Gesinnung zu gedenken.
Seit einigen Jahren liegt die Betreuung dieses Bildstockes in den Händen der Familie Rosenmayr in Neuhof.“


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